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Eine Rarität ist die Auseindersetzung mit dem "Altitalienischen":


"Thesaurus Ecclesiarum Italiae"


ISBN 3-936749-82-5, Preis: 29,30 €, Seitenzahl: 142

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Dieses Buch behandelt einen mittelalterlichen Text, dessen sprachliche Zuordnung bisher schwer fiel. Die Besitztümerliste wird von einem für das Benediktinerkloster San Gorgonio (Bistum zu Pisa) tätigen Mönch mit dem Namen Baldino aus der Toskana im 12. Jahrhundert erstellt, als dieser sich beruflich in der Balagna auf Korsika aufhält. Aus der Epoche des Altitalienischen sind bis zum Jahr 1200 im wesentlichen nur 16 Texte nachweisbar, die zudem teilweise nur ein bis zwei Sätze lang sind. Die Wiege des Italienischen ‑ bekanntermaßen die Toskana ‑ ist mit gerade mal vier Texten unterschiedlicher Länge vertreten, wovon nur zwei vor 1150 verfasst wurden: Eine kurze Randbemerkung aus dem Jahr 1087 (Postilla amiatina) und der erst zu Beginn der 70er‑Jahre zufällig in Philadelphia (USA) entdeckte Conto navale pisano. Basierend auf diesem Hintergrund ist die hier behandelte Urkunde in mehrfacher Hinsicht interessant. 

Erstens handelt es sich um einen alttoskanischen Text, der sehr wahrscheinlich aus der besagten Zeit stammt und zudem einige archaische Elemente enthält, die in den ältesten italienischen Texten nicht vorkommen, bisweilen allerdings aus anderen romanischen Sprachen bekannt sind; zweitens ist der Text mit immerhin 206 Zeilen relativ lang (selbst wenn man die rein lateinischen Passagen nicht berücksichtigt); drittens ist zu dem Text ‑ ganz im Gegensatz zu den anerkannten Sprachdenkmälern ‑ bisher wenig veröffentlicht worden; viertens weist er einen bisher einmaligen sprachlichen Mischcharakter zwischen Mittellatein und Altitalienisch auf (weswegen man ihn auch in der einschlägigen Literatur nicht findet). Hinzu kommt noch, dass die Urkunde auf Korsika niedergeschrieben wurde, so dass auch die eine oder andere Interferenz mit dem Korsischen, das gerade zu dieser Zeit die intensivste Phase der Toskanisierung erlebt, auffällt.

Das Buch besteht aus sieben Kapiteln: Nach einer kurzen Einführung wird die Urkunde chronologisch und ausführlich in zwei Teilen mit jeweils fünf bzw. vier Abschnitten analysiert. Im dritten Kapitel werden die sprachlichen Phänomene systematisch in einem linguistischen Kommentar nach einzelnen grammatikalischen Kategorien (Phonetik, Orthographie, Morphosyntax etc.) zusammengefasst. Das genaue Abfassungsdatum der Urkunde (auch unter Berücksichtigung nicht‑linguistischer Kriterien) und die endgültige sprachliche Zuordnung (Mittellatein oder Altitalienisch) stehen im Mittelpunkt des vierten und fünften Kapitels. Daran schließt sich der Ausklang an, in dem eine Abschlussbilanz gezogen wird und noch einmal die markantesten Punkte hervorgehoben werden. Dann folgt schließlich ein umfangreiches, thematisch gegliedertes Literaturverzeichnis.