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Reis (Oryza sativa) ist die primäre Nahrungsquelle für mehr als die Hälfte der
Weltbevölkerung und darum neben Weizen und Mais das bedeutendste Getreide. Die Menge an produziertem Weizen und Mais ist zwar höher als die von Reis, aber Reis kommt eine besondere Bedeutung für den asiatischen Raum zu. Hier leben mehr als 60% der Menschheit und Reis ist ihre wesentlich Quelle zur Deckung des täglichen Kaloriebedarfs. Reisanbau und auch der Konsum von Reis liegen zu 90% in Asien, wobei über 28% in China und 22% in Indien produziert werden [FAO, 2004]. Die beiden größten Reisproduzenten sind auch die bevölkerungsreichsten Länder der Erde, China mit 1,30 und Indien mit 1,04 Milliarden Menschen [UN Population Division, 2003]. In den vergangenen vier Jahrzehnten hat man den Ertrag an Reis um ca. 130% von 257 Millionen Tonnen im Jahr 1966 auf 600 Millionen Tonnen im Jahr 2003 steigern können.

Diese Steigerung ist zurückzuführen auf neue Reis-Varietäten mit höherem Ertrag und besserer Resistenz gegen phytopathogene Mikroorganismen und tierische Schädlinge, die Entwicklung neuer Bewässerungstechniken, sowie die Verfügbarkeit von Stickstoffdünger [Khush, 2004]. Allein das klassische Hybridisierungs- und Selektionsverfahren bei der Zucht von Reis hat seit der Entwicklung der ersten verbesserten Reis-Varietät, IR8, durch das International Rice Research Institute (IRRI) schätzungsweise eine durchschnittliche Steigerung des Ertrages um ein Prozent pro Jahr in den letzten 35 Jahren bewirkt.

Das Potential dieser Techniken scheint langsam ausgereizt zu sein. Die momentane Ertragssteigerung pro Jahr ist rückläufig. Waren es in den siebziger und achtziger Jahren noch Ertragssteigerungen von 2,5-3,0% pro Jahr so sind diese in den neunziger Jahren bis jetzt auf 1,5% zurückgegangen. Das ist dramatisch, wenn man sich dazu die Entwicklung der Weltbevölkerung betrachtet. Ausgehend von 6,3 Milliarden Menschen im Jahr 2003 erwartet man im moderaten Entwicklungsverlauf eine Weltbevölkerung von 7,9 Milliarden im Jahr 2025 [UN Population Division, 2003]. Weit über 90% des Bevölkerungswachstums erwartet man in den Entwicklungsländern. Schon jetzt ist man nicht in der Lage für ausreichend Nahrung in allen Teilen der Welt zu sorgen. Über 800 Millionen Menschen vor allem in den Entwicklungsländern sind unterernährt.

Das führt dazu, dass statistisch betrachtet pro Tag 2400 Menschen an chronischem Hunger sterben.

Man schätzt, dass eine Steigerung der Reisproduktion um insgesamt 40% nötig ist, um den wachsenden Bedarf bis zum Jahr 2025 zu decken [Khush, 2004]. Um diese Lücke zu schließen bieten sich mehrere Möglichkeiten: Die wohl ungeeignetste Lösung ist die landwirtschaftlich genutzte Fläche auszudehnen. Das würde vor allem Waldgebiete und Feuchtbiotope betreffen, wo schwerwiegende ökologischen Folgen zu erwarten sind. Zudem wird die wachsende Bevölkerung ebenfalls mehr Platz brauchen, so dass eine Steigerung der Produktion auf gleicher Fläche das Ziel sein sollte. Das IRRI verfolgt seit 1989 eine Strategie zur Züchtung eines .New Plant Type. (NPT), dieser soll den Ertrag bis zu 30% steigern. Drei NPT.s werden zur Zeit in China und eine in Indonesien angebaut.

Ein anderer Ansatz zur Ertragssteigerung ist der Einsatz molekularbiologischer Methoden, so gibt es z.B. Versuche die Blattsenescenz zu verlangsamen [Lee et al., 2001] oder aber aus Reis, einer C3 Pflanze, eine C4 Pflanze zu machen, da so die Photosynthese um 30-35% effizienter wäre [Matsuoka et al., 2001]. Auch die Verbesserung der Bekämpfung von Pflanzenpathogenen gehört in diese Reihe. Sie können einen Verlust in der Jahresernte von 15% ausmachen. Ein wesentlicher Pathogen ist der Pilz Magnaporthe grisea (Herbert) Barr, anamorph Pyricularia oryzae. Das von ihm verursachte Schadbild, der sogenannte Reisbrand (rice blast), führte im Zeitraum von 1975 bis 1990 zu einem weltweiten Verlust von 157 Millionen Tonnen Reis

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Weitere Informationen finden Sie auch unter dem nachfolgenden Link:

ISBN 3-86553-126-1, Untersuchungen zum Lipidmetabolismus im Reisbranderreger